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Lübecker Statistiken

Bevölkerungsprognose für die Bevölkerung der Hansestadt Lübeck von 2000 - 2015

- Gerhard Bender -

I. Prognosemodell

II. Natürliche Bevölkerungsbewegung

III. Wanderungsbewegung

IV. Prognoseergebnisse


 


I. Prognosemodell

In der vorliegenden Bevölkerungsprognose wurde das Prognoseprogramm SIKURS verwendet, das bundesweit in über 40 Städten eingesetzt wird. Nach diesem Modell wird ein vorgegebener Ausgangsbestand der Bevölkerung aufgrund von Zu- und Fortzügen, Geburten und Sterbefällen von Jahr zu Jahr fortgeschrieben. Die einzelnen Bewegungskomponenten werden dabei anhand demographisch differenzierter Wahrscheinlichkeiten bzw. Raten (Geburten-, Sterbe-, Wegzugsraten, usw.) ermittelt. Hinsichtlich der in die Prognoserechnung einfließenden Annahmen, haben die Geburten, Sterbefälle und Wanderungen der letzten fünf Jahre Berücksichtigung gefunden.

Ausgangsbevölkerung
... ist die kommunale Einwohnerzahl zum 31.12.1999 auf der Basis des Melderegisters der Hansestadt Lübeck. Zugrunde gelegt wird die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung bzw. mit alleiniger Wohnung. Personen mit Nebenwohnung sind nicht berücksichtigt.

Prognosezeitraum
Der Prognosezeitraum beträgt 15 Jahre. Die Beschränkung auf diesen Zeitraum vermeidet eine Prognose der Geburten, die anhand einer Elterngeneration erfolgen müßte, die heute noch nicht geboren ist.

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II. Natürliche Bevölkerungsbewegung

Annahmen zum Geburtenverhalten

Für die vorliegende Prognose wurden die Durchschnittswerte der altersspezifischen Geburtenraten der Jahre 1995 - 1999 herangezogen. Die Geburtenraten wurden getrennt nach deutscher und nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, ermittelt. Die Betrachtung von fünf Jahren ist notwendig, da sich in der Aufteilung von rund 2.000 Geburten auf 30 Geburtsjahrgänge (15-45 Jahre) der Mütter gewisse jährliche Schwankungen ergeben. Dies gilt insbesondere für die rd. 300 Geburten ausländischer Mütter. Für die Eingabe der Daten in das Prognosesystem ist es daher erforderlich, diese Daten für mehrere Jahre zusammenzufassen und zudem einem Glättungsverfahren zu unterziehen (3er Gruppen).

Annahmen zur Sterblichkeit

Entsprechend der Vorgehensweise bei den Geburtenraten wurden für die Prognose die altersspezifischen Sterberaten der Jahre 1995-1999 verwendet und einem Glättungsverfahren unterzogen. Aufgrund der geringen Anzahl an Sterbefällen bei den nichtdeutschen Personen, die aufgrund der Zuwanderung - überwiegend seit den 60er Jahren - kaum über ältere Bevölkerungsanteile verfügt, wurden die für die deutsche Bevölkerung ermittelten Sterberaten auf die nichtdeutsche Bevölkerung übertragen.

Annahmen zum Staatsangehörigkeitswechsel

Aufgrund der in den letzten zwei Jahren stark gestiegen Fallzzahlen, erschien es sinnvoll, diesen Baustein mit in die Prognose aufzunehmen. Dies hat zunächst Auswirkungen auf die Fortzugsraten. Da diese zwischen deutschen und ausländischen Personen deutliche Unterschiede aufweisen, ergeben sich bei Einberechnung dieses Faktors deutliche Änderungen in der Zahl der Fortzüge. Dies gilt es zu berücksichtigen, da insbesondere die schon länger hier wohnenden Ausländer bzw. Spätaussiedler mit dem Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit einer geringeren Fortzugs-wahrscheinlichkeit unterliegen, d.h. jener Fortzugswahrscheinlichkeit, wie sie für die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt gilt. Die Berücksichtigung des Staatsangehörigkeitswechsels gewährleistet nicht zuletzt, daß die zu erwartenden Relationen zwischen deutscher und nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in der Prognose besser abgebildet werden.

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III. Wanderungsbewegung

Annahmen zu den Zuzügen

Das Zuzugsvolumen kann nicht wie die übrigen Eingabedaten Jahr für Jahr aus der Prognose selbst errechnet werden, sondern ist für den gesamten Prognosezeitraum vorzugeben.

Aufgrund der unterschiedlichen Wanderungsmotive werden die Wanderungsströme der Deutschen und der Nichtdeutschen getrennt analysiert.

Die Zuwanderung deutscher Personen aus den Umlandgemeinden belief sich in den letzten Jah-ren auf rd. 2.000 Personen pro Jahr. Da die Umlandregion eine Wachstumsregion ist, die auch weiterhin von der Bevölkerungsabwanderung aus Lübeck profitieren wird, wir hier eine konstante Zuwanderung vorausgesetzt. Dieser Sachverhalt trifft jedoch nicht auf das übrige Bundesgebiet zu. Da die Einwohnerzahl Deutschlands bis zum Jahre 2050 um ca. 12 Millionen Einwohner abnehmen wird, wird auch die Zuwanderung aus diesem Gebiet generell geringer ausfallen. Dies wird sich insbesondere dann auswirken, wenn die Bevölkerungszahlen bei den wanderungsaktiven Altersjahrgängen abnehmen wird, also bei den ca. 20-35 jährigen.

Die Vorhersage hinsichtlich der Zuwanderung nichtdeutscher Personen ist die mit Abstand unsicherste Komponente der Bevölkerungsprognose. Ausgehend von einem weiterhin bestehenden hohen Einwanderungsdruck nach Deutschland, wird ein Zuwanderung von rd. 3.000 Personen aus dem Ausland und von rd. 750 Personen aus dem übrigen Bundesgebiet angenommen.

Die Zuwanderung nichtdeutscher Personen aus den Umlandgemeinden ist äußerst niedrig und erklärt sich aus der zu den Deutschen unterschiedlichen Wanderungsmotivation. Überwiegt bei den Ausländern die Fernwanderung aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, finden Wanderungsströme der Deutschen häufig rüber kürzere Distanzen statt und dienen z.B. der Wohnumfeldverbesserung bei Beibehaltung des Arbeitsplatzes.

Die Altersstruktur der Zuziehenden wurde aus den Werten der Jahre 1995-1999 für alle Altersjahrgänge getrennt nach Geschlecht und Staatszugehörigkeit (deutsch/nichtdeutsch) ermittelt.

Annahmen zu den Fortzügen

Zur Bestimmung der Zahl der Fortzüge ist es zunächst notwendig die Fortzugswahrscheinlichkeiten zu bestimmen. Da die Wanderungsbereit-schaft stark vom Alter, Geschlecht und der Staatszugehörigkeit abhängig ist, sind die alters- und geschlechtsspezifischen Fortzugsraten zu ermitteln, die als die zu erwartende Fortzugshäufigkeit auf 1.000 Personen des entsprechenden Alters zu interpretieren ist.

Zur Erfassung einer größeren Fallzahl und der damit einhergehenden Ausschaltung von zufallsbedingten Abweichungen wurden die Fortzugsraten aus dem Durchschnitt der Jahre 1995-1999 ermittelt, da die Fortzugsraten aufgrund des unterschiedlichen Wanderungsverhaltens für Deutsche und Ausländer getrennt berechnet wurden. Die Fortzugsraten selbst wurden für den Zeitraum der Prognose konstant gehalten.

Die Veränderungen in den Fortzugszahlen bis 2015 resultieren aus Veränderungen in der Altersstruktur und der Anzahl der Lübecker Bevölkerung.

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IV. Prognoseergebnisse

Entwicklung der Einwohnerzahl

Die Einwohnerzahl wird von rd. 215.300 im Jahre 2000 auf rd. 206.000 im Jahre 2015 zurückgehen. Dies entspricht einer Bevölkerungsabnahme von rd. fünf Prozent. Das Ergebnis ist bei weitem jedoch nicht so dramatisch wie das Ergebnis der 9. koordinierten Bevölkerungsvorausschätzung des Statistischen Landesamtes Schleswig-Holstein, das für 2015 lediglich 192.380 Einwohner prognostizierte.

Bevölkerungsbewegung

Geburten
Die Zahl der jährlichen Geburten wird von derzeit rd. 2.000 auf rund 1.750 im Jahre 2015 zurückgehen, da die Zahl der Frauen im gebährfähigen Alter weiter abnehmen wird.

Sterbefälle
Die Zahl der Sterbefälle wird sich etwas erhöhen, da die Zahl älterer Personen zunehmen wird. Die Zahl der jährlichen Sterbefälle wird bis zum Jahr 2015 von derzeit rund 2.700 auf rund 2.800 ansteigen. Die Differenz zwischen den Geburten und den Sterbefällen wird sich daher von rund 700 auf über 1.000 erhöhen. D.h. pro Jahr gilt es zukünftig einen Einwohnerverlust von über 1.000 Einwohnern auszugleichen, soll ein Bevölkerungsrückgang verhindert werden.

Wanderungen
Im Gegensatz zu den Geburten und Sterbefällen, die sich recht genau vorhersagen lassen, unterliegen die Wanderungen größeren Schwankungen und sind, was Umfang, Richtung und Art angeht, schwerer vorherzusagen.

Zuzüge
Seit 1994 nahm die Zahl der Zuzüge nach Lübeck von rd. 10.400 auf rd. 13.200 zu. Für die Zukunft ist insbesondere bei den Deutschen mit weniger Zuzügen zu rechnen, da die Einwohnerzahl in der Bundesrepublik ebenfalls rückläufig ist. Hinsicht-lich der Zuzüge aus dem Ausland wird weiterhin ein hoher Einwanderungsdruck unterstellt, der das Wanderungsdefizit bei den Deutschen zum Teil ausgleichen wird. Insgesamt werden daher leicht sinkende Zuzugszahlen erwartet (von rd. 13.200 auf rd. 11.600 im Jahr 2015).

Fortzüge
Bei insgesamt sinkender Bevölkerungszahl wird es auch weniger Fortzüge geben. Die Zahl der Fortzüge wird von derzeit rd. 12.600 auf rd. 11.500 Fortzüge im Jahr 2015 abnehmen.

Wanderungssaldo
Für die nächsten Jahre wird noch ein positives Wanderungssaldo unterstellt, das jedoch bis 2015 ungefähr gegen Null geht, d.h. die Zahlen der Zu- und Fortzüge gleichen sich einander an.

Altersaufbau

Neben dem Rückgang der Einwohnerzahlen sind die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung von wesentlicher Bedeutung. Von 2000-2015 wir die Zahl der unter 18jährigen von rd. 35.000 auf rd. 31.000 abnehmen, die Zahl der über 65jährigen jedoch von rd. 41.000 auf rd. 45.000 zunehmen.

Die Zahl der Personen zwischen 18 und 64 Jahren, d.h. der Personen im erwerbsfähigen Alter, wird sich ebenfalls deutlich verringern, und zwar von rd. 139.000 auf rd. 129.000 Personen.

Der Altersquotient, die Zahl der über 65jährigen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter, wird sich von derzeit 30 auf 35 im Jahre 2015 erhöhen.

Alterspyramide 2000 und 2015

1.1.2000

 

1.1.2015

 

Bevölkerungsentwicklung 1990-1999 und Prognose 2000-2015

Jahr

Bevölk.

Geburten

Sterbefälle

Saldo

Zuzüge

Fortzüge

Saldo

Gesamt-
saldo

Bevölk.

 

1.1.

 

31.12.

Ist

 

1990

215839

2236

-2938

-702

13081

-10447

2634

1932

217771

1991

217592

2276

-2945

-669

10528

-8902

1626

957

218549

1992

218366

2275

-2936

-661

10492

-8828

1664

1003

219369

1993

219358

2245

-2998

-753

10488

-10130

358

-395

218963

1994

219284

2105

-2925

-820

10395

-10845

-450

-1270

218014

1995

218596

2079

-2928

-849

11808

-11109

699

-150

218446

1996

218543

2163

-2954

-791

11548

-11817

-269

-1060

217483

1997

217545

2200

-2776

-576

12063

-11644

419

-157

217388

1998

217430

2048

-2697

-649

12975

-13857

-882

-1531

215899

1999

215954

2005

-2677

-672

13233

-13262

-29

-701

215253

Prognose

 

2000

215327

1986

-2685

-700

13014

-12382

632

-68

215259

2001

215259

1949

-2685

-736

12766

-12340

426

-310

214949

2002

214949

1916

-2686

-770

12676

-12254

422

-348

214601

2003

214601

1888

-2689

-801

12587

-12181

406

-395

214206

2004

214206

1866

-2695

-829

12498

-12116

382

-447

213758

2005

213758

1849

-2705

-856

12409

-12059

350

-506

213252

2006

213252

1835

-2717

-882

12320

-12007

313

-569

212682

2007

212682

1824

-2730

-906

12230

-11960

270

-636

212047

2008

212047

1815

-2742

-927

12141

-11915

226

-701

211345

2009

211345

1805

-2751

-946

12052

-11869

183

-763

210582

2010

210582

1796

-2761

-965

11963

-11820

143

-823

209759

2011

209759

1786

-2772

-985

11874

-11768

106

-879

208880

2012

208880

1776

-2784

-1008

11785

-11710

75

-933

207947

2013

207947

1765

-2796

-1031

11695

-11652

43

-988

206959

2014

206959

1754

-2805

-1052

11606

-11590

16

-1036

205923

2015

205923

 

Quelle: Hansestadt Lübeck, Bereich Statistik

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