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Pressemitteilungen des Lübecker Frauenbüros

Alleinerziehende Frauen immer noch benachteiligt
- 4. Frauenstatistikbericht informiert über die aktuelle Lage von Frauen in Lübeck -

Der Bericht "Frauen in Lübeck 2006 - Daten und Fakten" wird am Donnerstag den 29. März 2007 in der Bürgerschaft vorliegen und steht ab sofort neben Verwaltung und Politik auch allen frauenpolitisch interessierten Lübeckerinnen und Lübeckern zur Verfügung.

Seit 1994 untersucht das Frauenbüro der Hansestadt Lübeck alle vier Jahre verschiedene Lebens- und Alltagsbereiche von Lübecker Frauen und Männern und informiert über deren Problemlagen. Konkret geht es um demografische Daten, Daten zur Erwerbssituation, Kinderbetreuung und sozialen Situation, Gewalt gegen Frauen bis hin zur politischen Repräsentanz von Frauen.
"Im Laufe der letzten 12 Jahre konnte der ‚Frauenstatistikbericht' immer umfassender und aussagekräftiger werden. Er ist eine gute Grundlage für die Bewertung der Situation von Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen. Gleichzeitig kann er als Hilfestellung für die Politik bei der Entwicklung von Handlungsstrategien für ein geschlechtergerechtes Lübeck dienen", so Elke Sasse, Frauenbeauftragte der Hansestadt Lübeck.

Handlungsfelder ergeben sich z. B. noch immer im Öffentlichen Dienst, in dem zwar viele Frauen beschäftigt sind. Allerdings hat sich wenig daran geändert, dass sie auf den weniger gut bezahlten Stellen mit weniger Einfluss und in Teilzeit arbeiten. "Aufgabe bleibt also weiterhin, vorbildlich für die Hansestadt frauenfördernde Maßnahmen fortzuschreiben und Aktivitäten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mütter und insbesondere auch für Väter voranzubringen", fordert Elke Sasse. Dies gälte gleichermaßen auch für andere Arbeitgeber der Hansestadt Lübeck.

Anhand der hohen Zahl alleinerziehender ALGII-EmpfängerInnen werde deutlich, dass Mutter (bzw. Vater) Sein, noch immer ein gesellschaftliches Risiko ist, bezogen auf den Arbeitsplatz und die finanzielle Sicherheit.
Von den insgesamt 21.292 im Dezember 2005 registrierten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach SGB II in Lübeck waren 10.380 (48,75%) weiblich. Der Anteil der weiblichen Alleinerziehenden unter den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen war mit 95,8% äußerst hoch, denn von 2196 erwerbsfähigen Alleinerziehenden waren 2103 Frauen. 43,7 % aller Alleinerziehenden in Lübeck bildeten eine Bedarfsgemeinschaft und erhielten Arbeitslosengeld II.
Zu den größten Vermittlungshemmnissen bei Alleinerziehenden gehören fehlende Berufserfahrung, die Unterbrechung der Erwerbsbiographie aufgrund der Erziehungszeiten, die ungeklärte Betreuungssituation der Kinder und fehlende familienfreundliche Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote.

Auch der Deutsche Städtetag hat die besondere Problematik Alleinerziehender erkannt und sieht darin eine gemeinsame Aufgabe von Kommunen und der Agentur für Arbeit, diese Zielgruppe bei der Integration in Arbeit und der Reduzierung der Hilfebedürftigkeit besonders zu unterstützen. Diese Einschätzung teilt die kommunale Frauenbeauftragte Elke Sasse.
Wünschenswert wäre ihrer Ansicht nach außerdem, wenn die Lübecker Unternehmen ihr begonnenes, begrüßenswertes Engagement, das weibliche Arbeitskräftepotenzial trotz Elternschaft zu halten und hierfür Unterstützung anzubieten, fortsetzen und ausbauen würden.
Durchaus vorhandene positive Beispiele einzelner Unternehmen müssten bekannt gemacht und weitere Unternehmen gewonnen werden, Frauen und Männer bei ihrer Elternschaft zu unterstützen. Die bereits begonnenen Aktivitäten der IHK zu Lübeck, das Projekt der Teilzeitausbildung von IHK und Handwerkskammer und andere Aktivitäten seien bereits erste Schritte in die richtige Richtung und sollten noch weiter forciert werden.

Lübeck, den 27. März 2007

Frauen in Lübeck 2006 - Daten und Fakten (Frauenstatistikbericht 2006)
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