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Pressemitteilungen des Lübecker Frauenbüros

Kein Erzählcafe zum Girls-Day 2007!
- erste Folgen der beschlossenen Schließung des Mädchen- und Frauenzentrums

Seit einigen Jahren organisiert das Mädchen- und Frauenzentrum der Hansestadt Lübeck den Girls'Day. Mit Unterstützung des Internationalen Bundes, der Frauenbeauftragten der Fachhochschule Lübeck und des Frauenbüros der Hansestadt Lübeck wurde mit dem Erzählcafe ein attraktives Angebot geschaffen für jene Mädchen, die keine Möglichkeit haben, in einem Lübecker Betrieb zu hospitieren.

Für das "Erzählcafe" wurden in den vergangenen Jahren Frauen aus "frauenuntypischen" Berufen eingeladen und gebeten, über ihren Beruf ausführlich zu berichten. Gleichzeitig konnten die Mädchen jederzeit Fragen stellen oder typische Aufgaben des jeweiligen Berufes ausführen. Die Anzahl der Expertinnen und interessierten Mädchen wuchs in den Jahren ständig an. Im letzten Jahr konnten 160 Schülerinnen erreicht werden, die sich über 12 unterschiedliche Berufe aus dem gewerblich-technischen Bereich informieren konnten.

Auch für dieses Jahr war ein Erzählcafe geplant. "Aber wegen der beschlossenen Schließung des Mädchen- und Frauenzentrums, kann dieses Angebot nicht mehr aufrecht erhalten werden", bedauert Katrin Molge, Frauenbeauftragte der Fachhochschule Lübeck. Dabei sei Mädchenförderung gerade im beruflichen Bereich mehr als notwendig: noch immer wählen Mädchen und Frauen ihre Ausbildungsberufe und Studienfächer aus einem sehr eingeengtem Spektrum aus. Entscheiden sie sich darüber hinaus, Beruf und Familie zu vereinen, scheitern sie oft am traditionellen Rollendenken der Jungen und Männer, wie die jüngste Shell-Studie bestätigt. Daher ist es besonders wichtig, Vorbilder für die eigene, möglicherweise ‚untypische', Lebens - und Berufsplanung zu finden. Genau dies hat das Erzählcafé in besonders gelungener Weise angeboten. Maßgeblich für den Erfolg dieses Angebots war die tatkräftige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeit der Kolleginnen und Besucherinnen des Mädchen- und Frauenzentrums.

"Deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass die einzige Anlaufstelle für Mädchen geschlossen werden soll", kritisiert Nina Wächter vom Internationalen Bund. Mädchen bräuchten eigene Räume, in denen Mädchen Hilfestellungen und Erfahrungsräume geboten werden, in denen sie ihre Lebenssituation reflektieren und eine selbst bestimmte Identität entwickeln können. In koedukativen Einrichtungen seien Mädchen in der Minderheit. Gerade Mädchen mit Migrationshintergrund, einer Behinderung oder aus sozial schwachen Familien würden gemischte Einrichtungen gar nicht erst aufsuchen.
Das Netzwerk zum Girls'Day fordert: Lübeck braucht eine Alternative zu den koedukativen Einrichtungen, Lübeck braucht ein Mädchen- Frauenzentrum!