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Donnerstag, 26.04.2018
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Pressemitteilungen des Lübecker Frauenbüros

Einsparungen auf Kosten von Frauen

"Zurückgenommene Finanzkürzungen für den Erhalt des Kita-Angebots sind mehr als begrüßenswert" freut sich Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte bei der Hansestadt Lübeck. Denn für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei eine qualitativ und quantitativ hochwertige Kinderbetreuung immer noch die wesentliche Voraussetzung. Nur so erhalten Frauen, da sie, bedingt durch eine tradierte Arbeitsteilung noch immer vorrangig die Erziehungsarbeit leisten, die Chance, am Erwerbsleben mit gleichen Voraussetzungen teilzunehmen.

Aber die jetzt vom Senat vorgelegte Einsparliste geht erneut vorrangig auf Kosten von Frauen und Mädchen, so die Kritik des Frauenbüros: Mit der beabsichtigten Schließung des Mädchen- und Frauenzentrums würde eine wichtige Anlaufstelle und ein Freizeitangebot für Mädchen - insbesondere auch für Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen und Migrantinnen - zentral in der Innenstadt verloren gehen. Die vorgeschlagene Schließung von Nachbarschaftsbüros geht auch auf Kosten von Frauen: das Klientel der Nachbarschaftsbüros ist vorrangig weiblich. Je nach Stadtteil sind entweder ältere Frauen oder Alleinerziehende oder Migrantinnen diejenigen, für die das Nachbarschaftsbüro eine wichtige Anlaufstelle vor Ort ist. "Für eine Stadt der kurzen Wege brauchen wir weiterhin Nachbarschaftsbüros", fordert Elke Sasse. Auch das Kommunale Kino sei eine wichtige Einrichtung gerade für Frauen. Sie machen den Großteil der Nutzerinnen des KoKi aus. "Hier werden verschiedene Bedürfnisse von Lübeckerinnen gegeneinander ausgespielt" ärgert sich die Leiterin des Lübecker Frauenbüros. Zudem bedeute die vorgeschlagene Schließung des "Leihcycle", dass ausgerechnet das Angebot mit einer expliziten "gender"orientierten, kritischen Jungenarbeit vor dem Aus stehe. Die angekündigten betriebsbedingten Kündigungen werden zudem wahrscheinlich mehrheitlich Frauen treffen" befürchtet die Gleichstellungsbeauftragte.

"Ich hoffe, dass die Lübecker Bürgerschaft diese Vorschläge nicht unkritisch übernimmt, sondern eine Ausgewogenheit herstellt, die nicht vorrangig auf Kosten von Frauen und Mädchen geht" plädiert die Gleichstellungsbeauftragte an die Lübecker Bürgerschaftsmitglieder.