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Donnerstag, 23.02.2017
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Aktion "Schulen für Afrika"

Ein Platz im Klassenzimmer
für jedes Kind

Ein Platz im Klassenzimmer für jedes Kind
Im südlichen Afrika geht nur
jedes zweite Kind zur Schule.

In den Ländern Afrikas südlich der Sahara gehen etwa 45 Millionen Kinder nicht zur Schule - das ist fast jedes zweite Kind. Nirgendwo sonst sind Kinder bei der Bildung so benachteiligt wie in Afrika. Besonders auf dem Land sind die Schulen oft überfüllt, schlecht ausgestattet oder einfach zu weit entfernt. UNICEF und die Nelson-Mandela-Stiftung haben deshalb die Aktion "Schulen für Afrika" ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, zwei Millionen Kinder in die Schule zu bringen. UNICEF hilft, einfache Schulen neu zu bauen oder instandzusetzen. Die Kinder erhalten Hefte, Stifte und weiteres Schulmaterial, UNICEF schult auch zusätzliche Lehrer. Die Dorfbewohner und die Lokalregierungen helfen mit und übernehmen Verantwortung für ihre Schulen - eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Hilfe.

Millionen afrikanische Kinder sehen bis heute nie eine Schule von innen. Besonders schwer haben es Kinder aus den ärmsten Familien und Kinder, die durch Krieg oder AIDS zu Waisen wurden. Auch Mädchen stehen beim Schulbesuch häufig zurück: Sie sollen arbeiten und früh heiraten. Weltweit werden heute rund 77 Prozent der Kinder eingeschult. Im südlichen Afrika hingegen sanken die Einschulungsraten zuletzt wieder -auf heute 52 Prozent. Weil ihre Eltern Gebühren und Schuluniformen nicht bezahlen können, brechen viele Kinder die Schule vorzeitig wieder ab. Auch ist vielfach die Qualität des Unterrichts so schlecht, dass Eltern keinen Sinn darin sehen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. UNICEF befürchtet, dass im Jahr 2015 die Hälfte aller Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen, in Afrika leben.

Waisen brauchen Unterstützung

Durch AIDS ist die Chance auf Schulbesuch für viele Kinder noch weiter gesunken: Rund elf Millionen Kinder sind allein im südlichen Afrika durch die tödlich verlaufende Infektionskrankheit zu Waisen geworden. Wenn die Eltern an AIDS erkranken, wenn sie nicht mehr arbeiten können und ärztliche Hilfe brauchen, wird der Schulbesuch der Kinder häufig unbezahlbar. Vor allem die Mädchen tragen die Last, zunächst die kranken Eltern zu versorgen und sich nach ihrem Tod um die Geschwister zu kümmern - häufig müssen sie dafür die Schule abbrechen. Die Waisen landen schnell in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen oder auf der Straße. Mit der Aktion "Schulen für Afrika" wollen UNICEF und die Nelson-Mandela-Stiftung besonders diesen benachteiligten Kindern die Chance geben, zur Schule zu gehen.

Bildung - Schlüssel im Kampf gegen die Armut

Anteil junger Frauen (15-24 Jahre), die nicht wissen, wie sie sich vor AIDS schützen können (in Prozent)

Jeder zweite der rund 720 Millionen Afrikaner ist ein Kind oder Jugendlicher. Sie leiden am härtesten unter den schwierigen Lebens-
bedingungen, besonders in den Ländern südlich der Sahara. Wachsende Armut, Mangelernährung, unzureichende Wasserversorgung und Krankheiten bedrohen Überleben und Entwicklung von Millionen Kindern. Fast die Hälfte der Bevölkerung im südlichen Afrika bestreitet ihren Lebensunterhalt mit weniger als einem Dollar pro Tag. Kinder aus armen Familien sind häufig schlechter ernährt als andere, haben keinen Impfschutz und gehen nicht zur Schule. Sie sind auch besonders von Ausbeutung, Missbrauch und AIDS bedroht.

Bildung für die junge Generation ist der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme auf dem afrikanischen Kontinent. Kinder, die zur Schule gehen, haben später bessere Berufsaussichten. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden und eigene Entscheidungen zu treffen. Und sie wissen, wie man gesund bleibt und sich vor Krankheiten wie AIDS schützt.

Besonders die Förderung der Bildung für Mädchen hat für die Gesellschaft enorm positive und weit reichende Auswirkungen: Die Kindersterblichkeit sinkt, je länger die Mütter zur Schule gehen. Frauen mit Bildung heiraten meist später, bekommen weniger Kinder und können diese besser versorgen. Und Mädchen mit Schulbildung sind weniger gefährdet, misshandelt, sexuell missbraucht oder ausgebeutet zu werden. "Unsere wichtigste Aufgabe ist es, für die Bildung der Kinder zu sorgen", sagt Nelson Mandela, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Präsident von Südafrika. Für ihn ist die Aktion "Schulen für Afrika" Teil seines Vermächtnisses.

Helfen Sie uns, Kinder in Afrika in die Schule zu bringen - unterstützen Sie die Aktion "Schulen für Afrika" von UNICEF und der Nelson-Mandela-Stiftung.

Karte Afrika

Was tut UNICEF?

Schulen für Angola

Im fast 30 Jahre andauernden Bürgerkrieg in Angola starben 1,5 Millionen Menschen. Jetzt ist endlich Frieden. Doch in vielen Dörfern sind die Häuser, Hütten und Schulen zerstört. Viele Flüchtlinge haben alles verloren, die Kinder leiden unter Mangelernährung. UNICEF hilft in Angola, insgesamt 1.500 einfache Schulen zu bauen oder wieder herzurichten. Aus Lehmziegeln mauern die Dorfbewohner selbst die Klassenräume. UNICEF stellt ergänzendes Material wie Zement und Holz bereit und hilft bei der Koordination des Schulbaus. Um die Qualität des Unterrichts zu verbessern, erhalten 18.000 Lehrer Fortbildungen.

Schulen für Malawi

Malawi ist eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Die Lebenserwartung beträgt im Schnitt nur 38 Jahre, die Kindersterblichkeit ist hoch. Besonders im Süden des Landes sind viele Klassen überfüllt und schlecht ausgestattet. Nur jeder zweite Lehrer hat eine formale Ausbildung. UNICEF plant, in Malawi über 1.000 Schulgebäude neu zu errichten oder zu reparieren. UNICEF möchte diese Schulen zudem mit Heften, Stiften, Lernpostern, Rechentafeln und weiterem Schulmaterial für die Kinder ausstatten. 8.000 Lehrer sollen an Schulungen teilnehmen. UNICEF will zudem gezielt 10.000 Waisen in die Schule bringen. Stipendien decken die Kosten für Bücher, Schulmaterial und die Schuluniform dieser Kinder ab.

Schulen für Ruanda

In Ruanda sind mehr als 600.000 Kinder und Jugendliche Waisen. Ihre Mütter und Väter starben während des Völkermords 1994 oder an den Folgen von AIDS. UNICEF möchte in Ruanda 1.100 Schulen bauen oder instand setzen. Einige von ihnen richten sich speziell an Kinder, die einige Jahre lang nicht zur Schule gehen konnten und jetzt den Unterrichtsstoff in kompakter Form nachholen. UNICEF plant zudem, 50 Ausbildungszentren an den Schulen einzurichten und 6.000 Lehrer zu schulen.

Schulen für Mosambik, Simbabwe und Südafrika

Darüber hinaus wollen UNICEF und die Nelson-Mandela-Stiftung Kinder in Mosambik und Simbabwe in die Schule bringen. AIDS hat hier Hunderttausende Kinder zu Waisen gemacht - viele schlagen sich allein durch und haben keine Chance, nach dem Tod der Eltern weiter zur Schule zu gehen. Auch in Südafrika wird die Aktion "Schulen für Afrika" Kindern in den ärmsten, ländlichen Regionen ermöglichen, Lesen und Schreiben zu lernen. Eine Million Kinder besuchen hier keinen Unterricht.

"Schule - das Beste, was mir je passiert ist"

Zacarias ist 14 Jahre alt und kommt aus der Region Cazombo im Osten Angolas. Während des langen Bürgerkriegs war seine Familie ständig auf der Flucht. Seit sein Bruder während der Kämpfe starb, musste Zacarias noch mehr zu Hause helfen - für die Schule blieb keine Zeit. Doch jetzt will der Junge mit dem strahlenden Lachen alles nachholen. UNICEF hat in Angola geholfen, zusätzliche Lehrer auszubilden und Kinder wie Zacarias mit dem nötigsten Schulmaterial auszustatten. "Schule ist das Beste, was mir je passiert ist", sagt der 14-Jährige. "Ich bin so froh, dass ich morgens herkommen kann. Später, bei der Feldarbeit, lerne ich alle neuen Wörter auswendig."


Erster Unterricht in einer neu gebauten Schule in Angola.
Erster Unterricht in einer neu gebauten Schule in Angola.

Das Lieblingsfach seiner Klassenkameradin Segunda, 13, ist Portugiesisch. Auf dem Stundenplan stehen aber auch Rechnen und der Schutz vor Gefahren wie Landminen und AIDS. "Vielleicht werde ich
später Kranken-
schwester", sagt das Mädchen. "Dann besuche ich mit dem Fahrrad
Leute und helfe ihnen, gesund zu werden." Noch müssen Zacarias und Segunda unter freiem Himmel lernen - das provisorische Klassenzimmer ist völlig überfüllt. "Ich hoffe, dass UNICEF beim Bau eines weiteren Schulgebäudes helfen kann", sagt ihr Lehrer. "Die Kinder hier sind so voller Lerneifer - jetzt, im Frieden, haben sie endlich eine Chance auf eine bessere Zukunft."

Erfolge der Aktion "Schulen für Afrika"

Mit Hilfe deutscher Spenden konnte UNICEF in den Projektländern eine breite Bildungsbewegung in Gang setzen, von der Hunderttausende Kinder profitieren. So half UNICEF, 357 Schulen neu zu bauen oder in Stand zu setzen. An 474 Schulen sorgte UNICEF für Trinkwasseranschlüsse, baute Latrinen und Waschgelegenheiten. Über eine halbe Million Kinder haben so endlich ein gutes Lernumfeld. Während einige der neuen Schulen nur ein einziges Klassenzimmer haben, bieten andere mehrere Gebäude und Platz für bis zu 1.000 Schüler.

Mit Spenden aus der Aktion "Schulen für Afrika" schulte UNICEF zudem bereits 24.000 Lehrer. UNICEF rief zudem in den Dörfern Initiativen ins Leben, die sich für den Schulbesuch von Waisen und Mädchen stark machen. So haben die Kinder gute Voraussetzungen, über den Tag der Einschulung hinaus Unterstützung zu erhalten und die Schule erfolgreich abzuschließen. "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Kinder in den neuen Schulen lernen - es gibt nichts Schöneres", sagt der Hamburger Reeder Peter Krämer, der die Aktion ins Leben rief.

Angola: Fast drei Jahrzehnte Bürgerkrieg haben in Angola viele Schulen zerstört - UNICEF hilft beim Wiederaufbau. Mit Hilfe deutscher Spenden konnte UNICEF bereits 281 einfache Dorfschulen neu bauen oder reparieren - im besonders schwer zerstörten Bié und 15 weiteren Provinzen. Die Dorfbewohner helfen beim Schulbau mit, UNICEF stellt ergänzendes Material bereit und koordiniert die Arbeiten. Die neuen Schulen bieten bisher 100.000 Kindern Platz.

Der gemeinsame Schulbau gibt den vom Krieg gezeichneten Dörfern in Angola neue Hoffnung. Beispielsweise im Dorf Andulo leben viele Opfer von Landminen, die Gliedmaßen verloren haben. Trotzdem schafften sie es, mit Unterstützung von UNICEF ihre eigene Schule zu bauen. Um die Kinder vor Minenunfällen zu schützen, warnt UNICEF im Unterricht vor der Gefahr. 16.000 Lehrer erhielten Schulungen, um die Unterrichtsqualität zu verbessern.

Malawi: In Malawi muss der Unterricht oft im Freien stattfinden - die Klassenzimmer sind überfüllt. UNICEF hat bisher 30 Schulen mit je zwei Klassenräumen wieder hergerichtet. 220 Schulen erhielten neue Tische, Stühle sowie Sportausrüstung. 200.000 Kinder wurden mit Heften, Stiften und weiterem Schulmaterial ausgestattet. UNICEF baute zudem 150 neue Brunnen - sie versorgen etwa 150.000 Schüler mit sauberem Trinkwasser.

In 950 Dörfern unterstützt UNICEF Schulkomitees aus Eltern, Lehrern und Dorfvertretern. Sie engagieren sich für den Schulbesuch von Mädchen und Waisen. UNICEF hat in Malawi zudem die AIDS-Aufklärung fest im Lehrplan für Grundschulen verankert. Die lebensrettenden Informationen erreichen so 2,4 Millionen Kinder. Und viele Mädchen erfahren zum ersten Mal vom Recht, "nein" zu sagen.

Ruanda: Der Völkermord von 1994 hinterließ Ruanda verwüstet und traumatisiert. 600.000 Kinder und Jugendliche im Land sind Waisen. Viele haben keinerlei Chance, zur Schule zu gehen. UNICEF hat mit "Schulen für Afrika"-Spenden bereits 50 Modellschulen neu gebaut, erweitert oder mit Tafeln, Bänken und Stühlen neu ausgestattet. Viele von ihnen umfassen mehrere Gebäude mit bis zu zehn Klassenräumen.

Die Erfahrungen der Modellschulen kommen insgesamt 324 Schulen mit fast 300.000 Schülern zugute. UNICEF stattete alle Schulen dieses Netzwerks mit Trinkwasseranschluss und Latrinen aus. 22 Schulen erhielten Sportplätze, an 18 Schulen entstanden zusätzlich Fortbildungszentren für Lehrer. In 20 Schulen startete UNICEF das Pilotprojekt "Nkundanbana" ("Liebe die Kinder"). Lehrer und engagierte Freiwillige arbeiten hier zusammen, um die Betreuung von Schülern ohne Eltern zu verbessern.

Mosambik: "Schulen für Afrika"-Spenden helfen in Mosambik, mehr Mädchen in die Schule zu bringen - traditionell bleiben sie oft im Haus. Den Schulbau selbst das übernimmt Bildungsministerium, UNICEF konzentriert sich auf Trinkwasser und Hygiene, hilft beim Schulmaterial und bildet Lehrer aus. Elf Schulen in der Provinz Maganja de Costa erhielten bereits neue Trinkwasserbrunnen und Latrinen, weitere 50 sind im Bau.

UNICEF stattete 50.000 Kinder mit Schulmaterial aus und stellte 400 Schulbänke bereit. 1.900 Lehrer erhielten Fortbildungen. UNICEF half zudem, an 128 Schulen regelmäßige medizinische Untersuchungen und Impfungen für die Kinder einzuführen. Per Radio und mit Unterstützung von Theatergruppen macht UNICEF darauf aufmerksam, dass auch Mädchen und Waisen das Recht auf Schulbesuch haben.

Simbabwe: In Simbabwe wachsen 1,4 Millionen Kinder ohne einen oder gar beide Elternteile auf. AIDS, Dürre und politische Isolation haben viele Familien in Not gestürzt. Die Bildungssituation ist katastrophal. UNICEF baut in Simbabwe 16 neue Schulgebäude und stattet sie mit Tischen und Bänken aus. 50.000 Schüler erhielten bereits eigene Schulbücher für Mathematik, Englisch und Gemeinschaftskunde - vorher teilten sich oft zehn Kinder ein Buch.

In von UNICEF eingerichteten Schulclubs machen sich 2.700 Mädchen gemeinsam für ihre Rechte stark - für Schule und medizinische Versorgung, gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt. Rund 1.800 Frauen arbeiten in Dorfinitiativen mit, um benachteiligte Mädchen mit Schulmaterial auszustatten. Im Dorf Buhera beispielsweise pflanzen sie Gemüse an und verkaufen es. UNICEF schult die Frauen und vermittelt Kleinkredite zum Kauf von Saatgut.

"Als junges Mädchen hatte ich keine Chance, zur Schule zu gehen", sagt die 72-jährige Mandisina Mawere, eine der Freiwilligen im Gartenprojekt von Buhera. "Damals schwor ich mir, dass meine Töchter zur Schule gehen sollten. Und heute kämpfe ich für meine Enkelinnen."

Südafrika: In den ärmsten Provinzen Südafrikas gehen rund eine Million Kinder nicht zur Schule. Viele Mädchen haben Angst, auf dem oft weiten Schulweg belästigt zu werden: In Südafrika prägt massive Gewalt bis heute den Alltag vieler Kinder. UNICEF hilft, in der Provinz KwaZulu Natal 52 Schulen zu "kinderfreundlichen" Modellschulen zu machen.

UNICEF schult die Lehrer, die Unterrichtsqualität zu verbessern und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft bessere Lernbedingungen zu schaffen. Dazu gehören mehr Schutz auf dem Schulweg, Abschaffung der Prügelstrafe, aber auch bessere Betreuung von Waisen und AIDS-Aufklärung. UNICEF fördert zudem die Anlage von Schulgärten und Schulspeisungen. Die Modellschulen geben ihre Erfahrungen an Hunderte umliegende Schulen weiter.

So können Sie helfen

Wenn Sie dieses Programm gezielt unterstützen möchten, vermerken Sie auf Ihrer Überweisung bitte das Stichwort "Schulen für Afrika".

"Schulen für Afrika" - Service im Internet
Unter www.unicef.de/schulenfuerafrika können Sie die Projektfortschritte ansehen und persönliche Bausteine mit Ihrem Namen spenden - vielen Dank!

Die Informationen zum Download (PDF-Format, 303 KB)

Grundsatz und Information
PR 004 - 8.000 - 04/05