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Frauen in Lübeck 2014

Teil I des Statistikberichtes „Frauen in Lübeck 2014“ analysiert Lage von Frauen in Lübeck – Themenfelder: Partizipation von Frauen und Gewalt an Frauen und Kindern

Frauen in Lübeck sind in Entscheidungspositionen der Kommunalpolitik, aber auch in den Gremien von Kammern, Gewerkschaften, Hochschulen und Kirche nach wie vor z.T. stark unterrepräsentiert.
Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse des vom Frauenbüro jetzt vorgelegten 1. Teils des Berichtes „Frauen in Lübeck 2014“. Der Bericht, der alle vier Jahre im Auftrag der Bürgerschaft erstellt wird, ist am 10. März auf der Tagesordnung des Hauptausschusses und wird am 26. März in der Bürgerschaft behandelt.

„Die Fakten belegen, dass trotz deutlicher Verbesserungen immer noch großer Handlungsbedarf besteht“, so Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck. „Gute Bildung und eine bessere Qualifikation der Frauen führt leider nicht automatisch dazu, dass Frauen gleichberechtigt in wichtigen Entscheidungspositionen zu finden sind“.
„In den Parteien ist nur jedes dritte, in der Bürgerschaft nur jedes fünfte Mitglied eine Frau, Ausschuss-Vorsitzende sind zu 90% Männer“, ergänzt Petra Schmittner vom Frauenbüro, die die umfangreichen Daten zusammengetragen hat.
Ähnliches gelte für die Gremien einiger Kammern, Gewerkschaften, Hochschulen und der Kirche. „Die Belange von Frauen werden so kaum vertreten, ihre Sichtweisen und Erfahrungen nicht bzw. kaum eingebracht“, so Schmittner.
Im Bericht wird aber auch deutlich, dass rechtliche Regelungen und substanzielle Selbstverpflichtungen zu einer höheren Beteiligung von Frauen beitragen. Positive Beispiele sind z.B. die Besetzung der Gremien der ApothekerInnenkammer, der Hochschulräte, der Nordkirche, des Jugendhilfeausschusses oder des Forums für MigrantInnen in Lübeck.

Um mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu gewinnen und sie zu ermutigen, ihre Interessen einzubringen, haben Elke Sasse und Petra Schmittner gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen ein breit angelegtes Angebot erarbeitet:
Ein Fortsetzung des Debattierclubs, Fortbildungen zu Stadtplanung und Haushalt, Gesprächsrunden mit der Stadtpräsidentin, Senatorin Weiher u.a. stehen auf dem Programm. „Eine 2. Frauen-Bürgerschafts-Sitzung am 4. März 2016 soll der vorläufige Höhepunkt der jetzt beginnenden Veranstaltungsreihe sein – mit der Intention, die dort gefassten Beschlüsse konkret in die Kommunalpolitik einzuspeisen“, so das Ziel des Frauenbüros.

Im zweiten Kapitel des Berichtes geht es um Gewalt an Frauen und Kindern in Lübeck. Die Zahlen belegen, dass immer noch viele Frauen und Kinder in Lübeck von Gewalt betroffen sind. Die Anzahl der Verfahren „Gewalt in der Familie“ (Staatsanwaltschaft / Landgerichtsbezirk) hat sich zwischen 2003 und 2013 von 875 auf 1.963 Verfahren mehr als verdoppelt. Trotz dieser Entwicklung wurde die Zahl der Frauenhaus-Plätze in Lübeck reduziert. „Im Vergleich zu 2010 finden jährlich 100-150 Frauen und Kinder weniger Schutz in einem Frauenhaus“, so die Gleichstellungsbeauftragte Elke Sasse. Sie fordert von der Landesregierung, die Zahl der Plätze dem Bedarf anzupassen, d.h. Lübeck mehr Frauenhaus-Plätze zuzuweisen. Auf kommunaler Ebene müsse es darum gehen, die Arbeit der Frauenprojekte langfristig abzusichern mit Budgetverträgen und Finanzsummen, die angepasst und aktualisiert werden. „Fixe Summen für die freien Träger bedeuten bei den normalen Preis- und Tarifsteigerungen indirekt Kürzungen bei den Frauenprojekten – und somit ein geringeres Angebot für von Gewalt betroffene Frauen in Lübeck“, stellt Sasse klar.

„Wir haben den vorliegenden Bericht auf die drei Themenfelder fokussiert, die aus unserer Sicht nach wie vor Dreh- und Angelpunkte für einen gleichberechtigten Zugang von Frauen und Männern auf allen gesellschaftlichen Ebenen sind: 1. Partizipation von Frauen, 2. Gewalt an Frauen und 3. Erwerbsarbeit.“
Die Ergebnisse der ersten beiden Themenfelder liegen mit Teil I des Berichtes jetzt vor. Die „Erwerbsarbeit von Frauen und Männern“ in Lübeck soll im zweiten Teil im Herbst 2015 der Bürgerschaft vorgestellt werden.

Der Bericht „Frauen in Lübeck 2014, Teil I“ kann abgerufen werden unter www.frauenbuero.luebeck.de /Veröffentlichungen.
Am 24. April um 16 Uhr stellt Petra Schmittner Auszüge des Berichtes im Lübecker Rathaus, Breite Str. 61, Lübeck (Mittelsaal) vor. InteressentInnen können sich hierfür anmelden unter frauenbuero@luebeck.de, Tel: 122-1615. Bei Bedarf wird auch Kinderbetreuung angeboten.

Lübeck, den 09.03.2015

Frauenbüro der Hansestadt Lübeck,
Verwaltungszentrum Mühlentor
Sophienstraße 2-8
23560 Lübeck
Tel: 0451/122-1615
E-Mail: frauenbuero@luebeck.de