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Sonntag, 22.07.2018
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Pressemitteilungen des Lübecker Frauenbüros

Internationaler Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ in LÜBECK

Häusliche Gewalt und familiäre Gewalt ist die am weitesten verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder und umfasst alle gesellschaftlichen Schichten. In Deutschland ist davon fast jede vierte Frau betroffen und jährlich fliehen rund 45 000 Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser. Vielfach sehen die Opfer ihre Lage als aussichtslos an oder es fällt ihnen schwer, sich Hilfe zu suchen.

Der Internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wird weltweit jährlich am 25. November begangen und soll die breite Öffentlichkeit für die Problematik der Gewalt an Frauen und Kindern sensibilisieren und zum Hinschauen und Handeln ermutigen. Den Betroffenen soll Mut gemacht werden, einen ersten Schritt aus der Isolation zu wagen.

Auch in diesem Jahr wird der Gedenktag in Lübeck zum Anlass genommen, im Rahmen einer Aktionswoche eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen zum Thema durchzuführen. Sie wird mit einem Informationsstand im Haerder-Center eröffnet, an dem Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstellen, des Frauennotrufs und der Frauenhäuser über kleinere Aktionen mit den Menschen ins Gespräch kommen und Fragen beantworten wollen. „Wir freuen uns, dass sich auch in diesem Jahr die Feinbäckerei Schüler und die Bäckerei Sesselberg an der landesweiten, in Kooperation mit der Bäcker-Innung umgesetzten Brötchentüten-Aktion beteiligen und für Gewaltlosigkeit eintreten“, erklärt Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt.
Stadtweit wird in der gesamten Woche vor ca. 25 Einrichtungen wieder die Fahne „Nein zu Gewalt an Frauen hängen“ – vor dem Rathaus ebenso wie beispielsweise vor der Deutschen Rentenversicherung Nord oder auf dem Uni-Campus.
„Dies ist ein deutliches Zeichen der Einrichtungen zur Ächtung von Gewalt gegen Frauen und ermutigt die Frauen gleichzeitig, Gewalt nicht länger hinzunehmen. Denn in Lübeck gibt es für jede Frau, die sich aus einer Gewaltbeziehung lösen will, Schutz und Hilfe“, vermittelt Catharina Strutz-Hauch vom KIK-Netzwerk bei häuslicher Gewalt, „doch leider wissen nicht alle, wo sie Hilfe erhalten. Deshalb möchten wir auch Nachbarn, Bekannte oder Freunde von Betroffenen informieren, damit auch sie sich trauen, hinzuschauen und zu handeln“.

Mit einem „Interkulturellen Straßenfest gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, das am 27.11.10 von 13-15 Uhr beim Özka-Markt in der Julius-Leberstrasse 20 stattfindet, sollen insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund erreicht werden. Interkulturell arbeitende Einrichtungen werden mit einer deutsch-türkischen Lesung, Musik und einem Informationsstand auf Hilfen in Lübeck hinweisen. In verschiedenen türkischen Geschäften werden Gemüsetüten mit einem Anti-Gewaltslogan und der Telefonnummer der Frauenhelpline verteilt. Auch dies ist Teil einer landesweiten Aktion des Gleichstellungsministeriums des Landes Schleswig-Holstein.

Kritisch werden hingegen von den Veranstalterinnen die vorgesehenen Kürzungen der Landesregierung in diesem Bereich gesehen. „Bei fast allen Fraueneinrichtungen in Lübeck soll gespart werden. Die Situation von Frauen und Mädchen, die von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind, die psychische Probleme haben, die behindert sind oder einfach nach einer Elternzeit wieder in den Job einsteigen wollen, wird sich massiv verschlechtern, sollten die Pläne so umgesetzt werden“ warnt Elke Sasse. Insbesondere die geplante Schließung des Frauenhauses der AWO wird die Möglichkeiten für Frauen Schutz und Hilfe zu finden, stark reduzieren. „Schleswig-Holstein und insbesondere Lübeck kann es sich nicht leisten, auf diese Beratungs- und Unterstützungsangebote für Frauen ganz zu verzichten oder sie auch nur einzuschränken.“

Kooperationspartner der Aktionswoche in Lübeck sind:
Frauenkommunikationszentrum Aranat, biff e.V., Frauennotruf, Frauenhaus der AWO, Frauen helfen Frauen, , Sprungtuch e.V., Haus der Kulturen, Evangelisches Frauenwerk, Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein, Frauenbüro der Hansestadt Lübeck, KIK-Netzwerk bei häuslicher Gewalt

Elke Sasse (Frauenbüro Lübeck)

Catharina Strutz-Hauch (KIK-Netzwerk bei häuslicher Gewalt)