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Karl Schmidt-Rottluff’s Ostseebilder in zwei Lübecker Häusern
100475LK 2010-06-11


Behnhaus Drägerhaus & Kunsthalle zeigen vom 13. Juni bis 5. September 130 Werke

Die schönsten Bilder dieses Sommers sind in Lübeck zu sehen: In einer einmaligen Doppelausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus und der Kunsthalle St. Annen werden 130 Ostseebilder des berühmten Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff präsentiert, die zum großen Teil aus dem Brücke Museum in Berlin stammen. Die Doppelausstellung „Karl Schmidt-Rottluff. Ostseebilder“ ist vom 13. Juni bis zum 5. September 2010 in der Hansestadt zu sehen. Das Museum Behnhaus Drägerhaus zeigt die Werke vom Beginn der Brücke-Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, die Kunsthalle St. Annen die von 1951 bis 1973 in Sierksdorf entstandenen Bilder. Die Ausstellung ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts mit dem Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig und der Kunsthalle zu Kiel. Wer mit einem Ticket der Kunsthalle St. Annen oder des Museums Behnhaus Drägerhaus die Erich Heckel-Ausstellung (Schloss Gottorf) besucht, zahlt dort nur den halben Preis.

Karl Schmidt-Rottluff zählt zu den Hauptvertretern des deutschen Expressionismus. Er war Gründungsmitglied der Künstlervereinigung „Brücke“ in Dresden und früh in den europäischen Kunstzentren präsent. Von Beginn seiner Karriere an reiste er regelmäßig an die Ostsee, nach Alsen, Nidden, Hohwacht, und immer wieder nach Sierksdorf, wo er Menschen und Landschaft mit expressivem Pinselstrich und leuchtenden Farben festhielt. Die Ausstellung „Ostseebilder“ präsentiert das Werk Karl Schmidt-Rottluffs aus einem klar umrissenen thematischen Blickwinkel. Sie erhält jedoch zugleich den Charakter einer Retrospektive, denn Schmidt-Rottluff malte Ostseebilder von Beginn seiner Schaffenszeit bis zu seinem Tod, von etwa 1906 bis in die 1970er Jahre. So erschien es sinnvoll, diese umfangreiche Werkschau in zwei Häusern der Lübecker Museen zu präsentieren: Das Museum Behnhaus Drägerhaus zeigt das Frühwerk, die Kunsthalle St. Annen präsentiert das Spätwerk des Künstlers.

Das Museum Behnhaus Drägerhaus kann damit an die Museumsarbeit Carl Georg Heises anknüpfen, der nach der Gewinnung des Behnhauses für die Museen der Hansestadt seit 1923 darum bemüht war, u. a. die Kunst des deutschen Expressionismus in Ausstellungen zu präsentieren und für das Museum anzukaufen. So organisierte er bereits im Jahr 1924 eine Schmidt-Rottluff-Ausstellung, die neben zahlreichen Grafiken und Aquarellen auch etwa 27 Gemälde umfasste. Ein Gemälde Schmidt-Rottluffs erhielt das Museum im Jahr 1930 als Geschenk Carl Georg Heises. Zwei Jahre später konnte der Museumsdirektor dem Künstler mitteilen, dass sich darüber hinaus drei Aquarelle, zehn Radierungen, eine Lithographie, eine Bleistiftzeichnung und 20 Holzschnitte in der Sammlung befänden. Mit der 1937 von den Nationalsozialisten inszenierten Ausstellung „Entartete Kunst“ und der damit einher gehenden Beschlagnahme von Kunstwerken in deutschen Museen gingen die meisten der von Heise erworbenen Werke dem Behnhaus für immer verloren.

Schmidt-Rottluff verbrachte nach dem Zweiten Weltkrieg die Sommer regelmäßig in der Nähe von Lübeck, in Sierksdorf. Die Kunsthalle St. Annen, mit ihrem Schwerpunkt der Kunst nach 1945, zeigt daher folgerichtig die ab 1951 ausschließlich in Sierksdorf entstandenen Arbeiten. Gerade diese erlauben es uns heute deutlich zu machen, dass der Maler auch noch in seinem späten Werk einen beachtlichen künstlerischen Weg ging. Die Lübecker Ausstellung kann somit in doppelter Weise lokale Bezüge herstellen: motivisch mit den Ansichten der Lübecker Bucht in den Sierksdorfer Bildern und inhaltlich durch die Anknüpfung an die Arbeit des Museumsdirektors und Behnhaus-Initiators Carl Georg Heise.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 13. Juni in beiden Lübecker Häusern eröffnet. Um 11 Uhr wird Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Geschäftsführender Direktor der Lübecker Museen, die Gäste im Museum Behnhaus Drägerhaus begrüßen. Weitere Grußworte sprechen dort Prof. Dr. Magdalena M. Moeller vom Brücke Museum Berlin und Dr. Jürgen Fitschen, Direktor Schloss Gottorf. Eine Einführung gibt Dr. Alexander Bastek, Leiter des Museum Behnhaus Drägerhaus. Um 12.15 Uhr gehen die Besucher gemeinsam in die Kunsthalle St. Annen. Nach einer Begrüßung durch Dr. Thorsten Rodiek, den Direktor der Museen für Kunst- und Kulturgeschichte um 12.30 Uhr, wird die Kuratorin Frau Dr. Remm durch die Ausstellung führen.

Bei der Sommerausstellung „Osteebilder“ werben die beiden Häuser nicht nur mit Flyern und Plakaten, sondern auch mit kostenlosen Kunstpostkarten, die in den Sommerwochen überall an der Lübecker Bucht in Fremdenverkehrsvereinen, Hotels, Campingplätzen usw. ausliegen. Beim Besuch der Doppelausstellung kann man die Karten an der Kasse in einen „Briefkasten“ werfen, sie werden dann von den Lübecker Museen frankiert und verschickt. Zur Doppelausstellung wurde ein Begleitprogramm erarbeitet. +++


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