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Kulturforum
Burgkloster zeigt Werke geistig Behinderter
090805LK 2009-11-13
„Alles im Fluß“: Künstlergruppen aus Hamburger und Lübecker Einrichtungen stellen aus
Das Kulturforum Burgkloster zeigt vom 15. November 2009 bis 10. Januar 2010 die Sonderausstellung „Alles im Fluss. Die Schlumper – Hamburg zu Gast bei den Kunstgärtnern“. Diese außergewöhnliche Ausstellung, die sich einer Gruppe von Künstlern widmet, die normalerweise nur geringe Beachtung findet, zeigt Bilder von geistig Behinderten aus Lübeck und Hamburg. Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. November 2009, um 11.30 Uhr im Kulturforum Burgkloster in Lübeck eröffnet. Zur Begrüßung und Einführung werden der stellvertretende Museumsleiter Dr. Wolfgang Muth und Hans-Uwe Rehse vom Vorstand der Vorwerker Diakonie sowie Dr. Christian Mürner vom Verein der Freunde der Schlumper sprechen. Gäste sind herzlich willkommen.
Die „Schlumper“ sind eine 1980 auf Initiative des Künstlers Rolf Laute entstandene Ateliergemeinschaft von künstlerisch tätigen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen aus Hamburg. Ihr Name leitet sich von ihrer Gründungsstätte, dem „Stadthaus Schlump“ ab. Seit 2002 sind sie eine Abteilung der Alsterdorfer Werkstätten. In der Vorwerker Diakonie entstand vor 15 Jahren aus einem ehemaligen Gewächshaus eine bildnerische Werkstatt, die „Kunstgärtnerei“. Gemeinsam mit dem Lübecker Künstler Wolfgang Christophersen ist dort an vier Tagen in der Woche eine Stammbesetzung von Künstlern mit geistiger Behinderung tätig.
Die beiden Künstlergruppen haben hier zum ersten Mal die Gelegenheit, gemeinsam und in einem Museum auszustellen, was diesen Künstlern aus unterschiedlichen Gründen meist nicht möglich ist. Mit ihrer Ausstellung im Burgkloster finden sie nun endlich ein Stück Normalität und die Anerkennung ihrer Kreativität.
Erstaunlich sind die Kunstwerke, die aus dieser künstlerischen Gemeinschaft hervorgegangen sind. Unbeeinflusst von den klassischen Vorbildern der Moderne, aber durchaus mit der notwendigen technischen Fertigkeit und großer Professionalität, schufen diese ursprünglichen Künstler Werke, bei denen der Betrachter meint, vor Gemälden von Rousseau, Matisse, Picasso oder Rothko zu stehen. Auch die teilweise dezidiert religiösen Motive und Bezüge der Bilder sind überraschend und scheinen für den Ort der Präsentation, den Kreuzgang des Burgklosters, wie geschaffen. Unvermittelt steht der Betrachter beispielsweise vor einem Altarbildartigen Gemälde mit Kreuzzugsmotiven, das die aktuelle weltpolitische Lage im mittelalterlichen Gewand wiederzuspiegeln scheint. Die Kunst der Schlumper hat auch außerhalb Hamburgs inzwischen durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und wird von einigen Kunstsammlern sehr geschätzt.
Die Ausstellung kann bis 30. Dezember 2009 dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr, vom 1. bis 10. Januar 2010 dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Für die Besucher besteht die Möglichkeit, Kunstwerke aus der Ausstellung zu käuflich zu erwerben. Der Eintritt beträgt fünf, ermäßigt 2,50 Euro.
Führungen bietet Wolfgang Christophersen am 22. November und 13. Dezember 2009, jeweils um 11 Uhr, und am 10. Januar 2010 um 14.30 Uhr an. Die Teilnahme kostet 7,50, ermäßigt 4,50 Euro.
Katalog begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre mit ausgewählten Abbildungen und Informationen zu den Künstlern erschienen und für 3 Euro im Museum erhältlich.+++