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Hinter der Fassade: Lübecker Häuser und ihre Geschichte
080610RK 2008-09-03


Tag des offenen Denkmals: 13 historische Bauten öffnen am 14. September ihre Türen

Der Tag des offenen Denkmals am 14. September 2008 lädt bundesweit alle Geschichtsbegeisterten zu einer Tour in die Vergangenheit ein. Mehr als 7000 Denkmäler in über 2500 Städten und Gemeinden öffnen ihre Türen für interessierte Besucher. Sonst oft nicht oder nur teilweise geöffnete historische Bauten können an diesem Tag besichtigt werden. Unter dem Motto "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" erklären Fachleute und engagierte Laien aus Denkmalpflege und Archäologie anhand konkreter Beispiele ihre Arbeit.

Besonders für die Hansestadt Lübeck ist das Thema reizvoll, denn die archäologischen Forschungen gelten als wesentlich für ganz Nordeuropa - zumal die Bauforschung in den letzten dreißig Jahren in Lübeck hervorragende Ergebnisse erzielt hat. Auch in der Hansestadt werden 13 historische Bauten geöffnet sein, an denen sich die archäologischen und baugeschichtlichen Forschungen ergänzen und Auskunft über die Geschichte der Häuser geben. Am Tag des offenen Denkmals offenbart der sonst nicht erwünschte Blick hinter die Fassade mancher Privathäuser die Geschichte des Hauses. So gibt es neben dem in Lübeck weit verbreiteten Typ des Dielenhauses, von denen einige momentan von privaten Eigentümern saniert werden, auch besondere Gebäude wie die Pilgerherberge, das Beichthaus oder das Torhaus des Marstalles. Letztendlich jedoch bilden alle Gebäude zusammen das reizvolle Ensemble, das Lübeck für die Bewohner und Touristen so einzigartig macht.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich in diesem Jahr im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit. Mit jeweils über vier Millionen Besuchern in den letzten Jahren ist sie eine der erfolgreichsten Kulturveranstaltungen in Deutschland. Getragen wird sie vom großen Engagement der vielen ehrenamtlichen Organisatoren vor Ort.

Das Lübecker Programm im Überblick:

Nr.

Ort

Erläuterung

Geöffnet/
Führungen

1

St. Annen-Straße 3

Aegidienkonvent
Gebäude mit Wandmalereien, Heiligenfiguren, aus dem 14. Jh.

9.30 - 14 Uhr
Führungen zur Öffnungszeit

2

Engelsgrube 28

Dielenhaus
Sanierung eines denkmalgeschützten Dielenhauses der Backsteingotik
mit Durchgang zum dahinterliegenden Krusenhof,
1340/50 zw. älteren Brandmauern erbaut, 1570 Giebel und
Binnenstruktur erneuert, weitere Bauphasen 18. u. 19. Jh.,
wird zur Zeit von der Grundstücks-Gesellschaft „Trave“ mbH
durchgreifend saniert, die DBU finanziert begleitende Untersuchungen
zur Vereinbarkeit von Denkmalsubstanz und EnEV

10 - 15 Uhr
Führungen um 11 und 13 Uhr

3

Engelsgrube 47

Wohnhaus/Alter Speicher
mittelalterliches Dielenhaus mit Renaissancegiebel, im Innern
Wand - und Deckenmalereien, großer Innenhof, alte Spindeltreppe
(Café in der Diele und im Garten, Bildausstellung, Grillwurst, Lesung)

11 - 17 Uhr
Führungen nach Bedarf

4

Hinter der Burg 6,
Burgkloster

Beichthaus
nach der großen Pest von 1350 entstanden, beherbergt heute
das Archäologische Museum, bei den Führungen werden die
Ergebnisse der baugeschichtl. Untersuchungen und der Ausgrabungen
sowie in einer Grabungssimulation die Metholden
und Techniken der Stadtarchäologie vorgestellt

11 - 17 Uhr
Führungen um 11, 12.30, 14 u.
15.30 Uhr

5

Mengstraße 44

Kaufmannshaus
Dielenhaus mit einem backsteinsichtigen, fünfteiligen Staffelgiebel
a. d. 16. Jh., Vorderfassade durch Putzflächen neuzeitl.
verändert, rückwärtiger Seitenflügel a. d. 16. Jh. mit got.
Malereien, Quergebäude mit Sandsteintafel von 1590, die
innere Raumstruktur ist weitgehend erhalten
(Büchertisch, Denkmalinformationen, Produkte von Monamente, Gemälde „Geheimnisvolles Lübeck“, Ölmalerei, Kaffee, Kuchen)

11 - 18 Uhr
Führungen nach Bedarf

6

Große Gröpelgrube 8

Pilgerherberge
von 1365, Pilgerhalle mit. bauzeitl. Wandmalereien, zzt.
Restaurierung, die Arbeit an den lebensgroßen Heiligen wird
von den Restauratorinnen erläutert, auf Tafeln werden Baugeschichte
des Gebäudes und Methoden der Bauforschung allgemein
vorgestellt

11 - 17 Uhr
Führungen um 12 und 14 Uhr

7

Große Burgstraße 2

Torhaus
Deckenkonstruktion mit aufgelegtem Maßwerk von ca. 1460,
heute in einer Überfassung von 1612, Inschrift ocker mit
schwarzen Mauresken, an einigen Stellen ist die mit leuchtenden
Farben auf weißen Grund bemalte urspr. Deckenfassung
noch sichtbar

11 - 16 Uhr

8

Fleischhauerstraße 79

Dielenhaus
im Kern mittelalterl. Dielenhaus mit Umbauphasen im 15. Jh.,
Seitenflügel, Rückgiebel und frühen 18. Jh. Vordergiebel, in
der hohen Diele ist der mittelalterl. Raumeindruck noch erlebbar,
insbesondere an der mit Nischen gegliederten östl.
Brandwand, im OG des Seitenflügels fragmentar. erhaltene
figürl. Wandmalerei und spätmittelalterl. im 17. Jh. überformte
Fensteranlage

11 - 17 Uhr

9

Dr.-Julius-Leber-Straße
31

Bürgerhaus
Querhaus der Renaissance von ca. 1613, über das im Kern
got. Vorderhaus und den Hof zu erreichen, anhand baul. Spuren
und Reste der hist. Ausstattung ist der hist. Grundriss
rekonstruierbar, Ausmalung im Inneren mit einer Renaissance-
Quadermalerei, Baustellenzustand: tw. sind die Wandmalereien
zu ihrem Schutz verkleidet

11 - 15 Uhr
Führung um
11 Uhr

10

Ecke Alfstraße/ Schüsselbuden

Großgrabung
brachliegendes Gelände der ehem. Großgrabung mit den verbliebenen
Kellergeschossen eines Saalgeschosshauses aus frühem
13. Jh. und einiger Dielenhäuser 13./14. Jh., die
wesentl. Ergebnisse der Grabungskampagnen werden erläutert,
lückenlose Beschreibung der Siedlungsgeschichte von
den Holzbauperioden des 12. Jh. bis 1942 ermöglicht

zu den Führungen
um 11 und
14 Uhr, Teilnahme auf eigene
Gefahr

11

Hundestraße 62

Dielenhaus
in Ecklage zum Rosengarten gelegenes, im Kern got. Dielenhaus
mit Staffengiebel, mehrere Umbauphasen insbesondere
in der Renaissance, z. B. figürl. Wandmalerei an der Außenwand
der Oberdornse, barocke Fensteranlage zum Hof und
Deckenmalerei im Seitenflügel von 1659, in den letzten Jahren
privat saniert

11 - 15 Uhr

12

Hinter der Burg 15/
Kleine Burgstraße 1

Reihenhauszeile
Kopfbau mit anschließender Reihenhauszeile von 1292-93
gegenüber dem ehem. Dominikanerkloster, fünfachsiger got.
Hochblendgiebel, anschl. Reihenhaus um 1800 zugunsten des
Kopfbaus verkleinert, verlor im 20. Jh. seine Eigenständigkeit,
die es im Zuge der jetzigen Sanierung wieder erhalten
soll, im Inneren mittelalterl. Grundrissstruktur und klassiszist.
Ausstattung ablesbar

11 - 16 Uhr
Führung um
15 Uhr

13

Jakobikirchhof 1-2

Pastorenhäuser
Traufenhauszeile präsentiert sich heute als Bau von 1601-02,
im Westgiebel von Haus 2 noch Lateinschule aus der Zeit um
1300 ablesbar, mehrschichtige Wand- und Deckenmalereien
von der Gotik bis ins 18. Jh.

12 - 16 Uhr
Führungen um 12 und 14 Uhr

Alle Informationen zu den Veranstaltungen in Deutschland am 14. September 2008 sind im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden.+++


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