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Als Deutschland zur „kalten Heimat“ für Deutsche wurde
080460RK 2008-06-24


Historiker Andreas Kossert stellt am 8. Juli sein neues Buch im Burgkloster vor

Auf Einladung von Günter Grass kommt der am Deutschen Historischen Institut in Warschau forschende Historiker Andreas Kossert zu einer Buchvorstellung nach Lübeck: Am Dienstag, 8. Juli 2008 stellt er um 19 Uhr sein Buch „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945“ im Kulturforum Burgkloster vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen mehr als 14 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten. Den überwiegenden Teil zog es in die westlichen Besatzungszonen. Diejenigen, die Flucht und Vertreibung überlebt hatten, fühlten sich von ihren deutschen Landsleuten jedoch nicht aufgenommen, sondern ausgegrenzt. Vorurteile und der mit dem Lastenausgleich aufkommende Neid zogen einen tiefen Graben durch die deutsche Gesellschaft.

In seinem Buch hat Kossert die schwierige Ankunftsgeschichte der Vertriebenen umfassend erforscht und zerstört den Mythos von der geglückten Integration der Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland. Einfühlsam und verständnisvoll beschreibt er die Ausgrenzung und Diskriminierung der Flüchtlinge, die Verständnislosigkeit und Feindseligkeit ihnen gegenüber. Und er zeichnet das Bild eines Landes, das zur „Kalten Heimat“ wurde.

Der Nobelpreisträger Günter Grass hat den Historiker eingeladen, das Buch in Lübeck vorzustellen – und er kommt gerne. Jürgen Manthey, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Essen, wird die Buchvorstellung moderieren.

Der Eintritt beträgt neun (ermäßigt sechs) Euro. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Günter Grass-Hauses mit dem Siedler Verlag, München. Karten sind ab sofort im Shop des Günter Grass-Hauses erhältlich. Telefonische Reservierung über die Hotline der Lübecker Museen: 01805-929200. +++


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