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Lübeck lädt ein zu: „Ein Bürger für Brandt– Der politische Grass“
080292RK 2008-04-18


Joschka Fischer, Siegfried Lenz und viele prominente Gäste kommen hierfür an die Trave

Im Rahmen der Woche der Museen in Lübeck, die zwischen dem 31. Mai und 7. Juni 2008 stattfindet, wird im Lübecker Günter Grass-Haus eine Ausstellung eröffnet, die die Beziehung zwischen den Lübecker Nobelpreisträgern Willy Brandt und Günter Grass in den Jahren von 1971 bis 1999 nachzeichnet.

Wie kein anderer deutscher Schriftsteller engagiert sich Günter Grass für die Belange und Rechte von Minderheiten, für soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Seine Einwürfe und Mahnungen finden weit über die deutschen Grenzen hinweg Beachtung. Fragt man den Schriftsteller nach der Wurzel seines intensiven bürgerlichen Engagements, so fällt sofort der Name eines anderen großen Lübeckers: Willy Brandt.

Grass, der seit 1996 Lübecker Bürger ist, begreift es als selbstverständliche Bürgerpflicht, streitbar in öffentliche politische Debatten einzugreifen und nimmt dafür in Kauf, als umstritten zu gelten. Für ihn markierte die Begegnung mit Willy Brandt im Jahre 1961 eine Zäsur. Der bis dato auf politischem Gebiet eher zurückhaltende Künstler Grass entwickelte in der Folgezeit ein außergewöhnliches persönliches Engagement für den aus Lübeck stammenden Politiker und dessen Partei.

Brandts Einflüsse hat Grass sowohl graphisch als auch in Prosa, Lyrik und Dramatik künstlerisch verarbeitet, vor allem im „Tagebuch einer Schnecke“. Hier reflektiert Grass seine Wahlkampf-Eindrücke aus dem Jahr 1972. Parallel dazu entstand der Graphikzyklus zum „Tagebuch einer Schnecke“. An diesem Beispiel lässt sich darstellen, wie sich Bild- und Wortkunst im Werk von Grass gegenseitig beeinflussen.

In der Ausstellung „Ein Bürger für Brandt“ im Günter Grass-Haus werden unter anderem Essays, Wahlreden, Briefe und selbst entworfene Wahlplakate zu sehen sein. Der Titel der Ausstellung ist in Anlehnung an das Wahlkampfmotto „Bürger für Brandt“ aus dem Jahre 1972 gewählt, das Günter Grass konzipiert hatte.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung ist unter anderem in Zusammenarbeit mit der Universität zu Lübeck entstanden. Hochkarätig besetzt ist die Veranstaltungsreihe „Deutsche Dichter und die Macht. Von Goethe bis Grass“, die das viel diskutierte Verhältnis von Politik und Literatur beleuchten wird.

Die Termine im Überblick:

Die vier Veranstaltungen „Deutsche Dichter und die Macht“ finden im Audimax der Universität zu Lübeck statt. Der Eintritt beträgt neun (ermäßigt sechs) Euro. Der Kartenvorverkauf läuft direkt über den Shop im Günter Grass-Haus und telefonisch über die Hotline der Lübecker Museen (siehe unten).

Ausstellungseröffnung ist am 1. Juni um 17.30 Uhr: In der Lübecker Katharinenkirche wird es ein Podiumsgespräch mit Günter Grass und Siegfried Lenz geben. Das Theater Lübeck präsentiert eine szenische Lesung des Theaterstücks „POUM – oder die Vergangenheit fliegt mit“ von Günter Grass aus dem Jahr 1965.

Daneben enthält das umfangreiche Begleitprogramm unter anderem Lehrerfortbildungen, Führungen, Spaziergänge und eine Schreibwerkstatt. Informationen und Anmeldungen über die Hotline der Lübecker Museen , Telefon 01805-929200. +++


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