Digitales Pressedienstarchiv
„Wunderbares
blaues Bild“ in der Kunsthalle St. Annen
080240LK 2008-03-28
Verein der Freunde Museen stellt das Gemälde „Solearis“ von Hann Trier als Dauerleihgabe zur Verfügung
Für die Sammlungen der Kunst nach 1945 in der Kunsthalle St. Annen erwarb der Verein der Freunde der Museen das 1959 entstandene Gemälde „Solearis“ des Düsseldorfer Malers Hann Trier (1915 –1999). Das Kunstwerk ist ab sofort im Museum ausgestellt.
Das vom Verein der Freunde der Museen der Kunsthalle als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellte blau-graue Ölbild entstand während einer der besten Schaffensperioden des Malers und ruft Assoziationen an Gesteine und bewegtes Wasser oder auch Tanz und Wirbel hervor. Seine Besonderheit besteht darin, dass der Künstler diese Arbeit beidhändig, das heißt mit zwei Pinseln als simultan wiederholte Bewegung schuf.
Auch die Herkunft des Gemäldes ist interessant: Über viele Jahre befand es sich im Besitz des bekannten Schauspielers Bernhard Minetti (1905– 1998 ), der über das Bild an Hann Trier schrieb: „Erregend für mich, meine Lebensgeister anregend. Aufruf und Kontrolle meiner korrespondierenden beruflichen Tätigkeiten. Überhaupt und ganz einfach: ein wunderbares blaues Bild.“
Hann Trier war einer der bedeutendsten Vertreter der sogenannten Informellen Malerei in Deutschland. In den Jahren 1955, 1959 und 1964 nahm er an der documenta I, documenta II und documenta III in Kassel teil. Von 1957 bis 1980 war Hann Trier Professor und später Direktor der Hochschule für bildende Künste in West-Berlin. Der Künstler erhielt zahlreiche bedeutende Kunstpreise und wurde 1989 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Im Jahr 1999 starb der Maler im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in der Toskana.
Dieser Neuzugang in der Lübecker Kunsthalle ergänzt hervorragend die bereits existierenden Bestände an Informeller Malerei, unter denen sich Werke von Klassikern wie Emil Schuhmacher, Bernard Schultze, Karl Otto Goetz, K. R. H. Sonderborg, Fred Thieler, Gerhard Hoehme, Peter Brüning und Winfried Gaul befinden.
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