Digitales Pressedienstarchiv
Burgkloster:
Ausstellung zeigt Werke von Dencker bis Ende Mai
070250LK 2007-04-13
Vom 15. April bis zum 27. Mai 2007 zeigt das Lübecker Kulturforum Burgkloster in der Ausstellung „Zwischen SCHRIFT & BILD – visuelle Poesie“ Werke von Klaus Peter Dencker. Die Ausstellung ist am heutigen Freitag den Medien im Rahmen einer Pressevorbesichtigung vorgestellt worden. Zur Eröffnung von „Zwischen SCHRIFT & BILD – visuelle Poesie“ am Sonntag, 15. April, um 11.30 Uhr sprechen einführend Björn Engholm sowie die Leiterin des Kulturforums Burgkloster, Dr. Ingaburgh Klatt. Zu sehen sind in der Ausstellung etwa 260 kleine und 28 große Formate, dazu mehrere Objekte.
Die Arbeiten von Klaus Peter Dencker, der 1941 in Lübeck geboren wurde, bewegen sich zwischen Poesie und Bildender Kunst. Durch die ausgefeilte Collage- und Montagetechnik, bei der Dencker vorgefundene Bilder und Fotos auflöst, in Fragmenten neu zusammensetzt, mit Gedichten oder auch mit einzelnen Buchstaben kombiniert, entstehen poetische Kunstwerke, die sich am besten als visuelle Poesie bezeichnen lassen. Bernd Evers, ehemaliger Leiter der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, in deren Besitz sich ein großer Teil des Werkes von Klaus Peter Dencker befindet, beschrieb den Schaffensprozess so: „Das standardisierte Korsett der Schrift wird bei Klaus Peter Dencker aufgebrochen und gestaltend neu zusammengesetzt. Die strukturelle Auffassung von Text als Textur ist kennzeichnend für die bei ihm zu beobachtende Verräumlichung der Schrift.“
Zwischen Bild und Sprache bewegt sich Denckers Werk. Vergleichbar Vexierbildern schlägt das Pendel in den Arbeiten manchmal zur Sprache, manchmal zum Bild hin aus. Doch ist das Werk Poesie und die Bilder, die bisweilen wie „optische Partituren“ erscheinen, sind Texte und somit Literatur, in welcher die Bildzeichen den Wortzeichen vorgezogen werden. Wie Literatur wollen auch sie gelesen werden, in ihrer Verrätselung und Konkretisierung, in ihren lyrischen und dramatischen Momenten, ihren privaten und politischen Mitteilungen. Mit Bildern und Bildzeichen, handschriftlichen eigenen Texten und Fremdzitaten, mit Fundstücken des privaten und medialen Alltags sind die Bildpoeme und Erzählungen häufig in der Form der Sequenz formuliert.
„Visuelle Poesie“, so Dencker, „das ist die wechselvolle Beziehung von Bildender Kunst und Literatur, von Bild und Text, von figurativen und semantischen Elementen, die Verbindung beider Kunstformen in einem intermedialen Raum, die sensible Reaktion auf Mitteilungen der Umwelt jedweder Form, das Sammelbecken für wichtige Erkenntnisse aus Collage, Concept-Art, der Konkreten Kunst, den verschiedenen Varianten von Realismus- und Surrealismus-Vorstellungen, der Spurensicherung und allen denkbaren Spielarten logischer Sprachverführung.“ Historisch gesehen stehe die aktuelle Visuelle Poesie in einer Linie mit den barocken Figurengedichten, den Figurentexten von Mallarmé und Apollinaire und den Sprachexperimenten der Futuristen und Dadaisten.
Das Kulturforum Burgkloster, Hinter der Burg 2 - 6, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt 2,50 Euro, für Kinder zwei Euro. +++