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Führungen: Kulturelle Schätze in Führungen entdecken
070239LK 2007-04-05


Auch in der Woche nach Ostern bieten die kulturellen Einrichtungen der Hansestadt Lübeck wieder interessante Führungen an: „Von Thomas Mann zu Günter Grass“ lautet das Thema einer Führung, die das Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, am Mittwoch, 11. April 2007, 14 Uhr, anbietet. Zunächst führt ein Rundgang durch das Buddenbrookhaus, anschließend werden die Teilnehmer zu einem Kurzbesuch in das Günter Grass-Haus geführt. Die Teilnahme kostet acht Euro.

Das St. Annen-Museum, St.-Annen-Straße 15, bietet regelmäßig freitags um 15 Uhr Führungen an. Der Schwerpunkt liegt auf der Abteilung für Sakrale Kunst. Die nächste Führung mit Christa Hartmann zum Thema „Allgemeine Einführung in die sakrale Kunst“ findet am 13. April statt, die Teilnahme kostet zur Zeit wegen der SPUR- und Buxtehude-Ausstellungen neun, ermäßigt 5,50 Euro inklusive Eintritt. Das in einem ehemaligen Augustinerinnen-Kloster aus dem frühen 16. Jahrhundert eingerichtete Museum beherbergt Deutschlands bedeutendste Sammlung mittelalterlicher Schnitzaltäre norddeutscher Prägung. Sie wird ergänzt durch sakrale Werke niederländischer Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, herausragend darunter der Passionsaltar von Hans Memling von 1491. Im Museum befindet sich außerdem eine bedeutende Sammlung liturgischer Gewänder und Geräte des Mittelalters.

Eine Führung durch die beiden Dauerausstellungen bietet das Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, am Sonnabend, 14. April, an. Die Führung beginnt um 14 Uhr. Die Teilnahme kostet inklusive Eintritt acht Euro. „Die Manns - eine Schriftstellerfamilie“ spiegelt die Geschichte der Familie Mann wider. Ausgehend von den ungleichen Schriftstellerbrüdern Heinrich und Thomas Mann, ihren Vorfahren, Geschwistern und Lebenspartnern spannt die Ausstellung in sechs Stationen einen Bogen über ihre Zeitgenossen bis hin zu ihren Nachfahren. Die zweite Ausstellung „Die 'Buddenbrooks' - ein Jahrhundertroman“ schildert die Entstehung, Handlung und Wirkung von Thomas Manns nobelpreisgekrönten Roman. Dabei wurde eine Literaturausstellung neuen Typs entwickelt.

Wer sich für die Geschichte des Burgklosters, Hinter der Burg 2 - 6, interessiert, kann am Sonnabend, 14. April, um 14.30 Uhr an einer Führung durch das ehemalige Dominikanerkloster teilnehmen. Die Teilnahme kostet sieben Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Zum Dank für ihre Hilfe in der Schlacht von Bornhöved 1227 haben die Lübecker der heiligen Maria Magdalena ein Kloster gewidmet. Erbaut wurde das „Maria-Magdalenen-Kloster“, so der eigentliche Name, 1229 auf dem Gelände der 1225/26 geschleiften stadtherrlichen Burg und bis ins 14. und 15. Jahrhundert erweitert. Es gehört mit Kreuzgang und angrenzenden Klausurräumen zu den Hauptleistungen der Backsteingotik in Norddeutschland.

Durch die Sonderausstellung „Querungen“ - Ein Projekt von Künstlern der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bildhauer und dänischen Künstlern des BKF Storstrøms Amt“, die im Kulturforum Burgkloster gezeigt wird, haben Interessierte die Gelegenheit, am Sonnabend, 14. April, um 15 Uhr an einer Führung teilzunehmen. 23 Künstlerinnen und Künstler der benachbarten Regionen Storstrøms Amt und Schleswig-Holstein queren den Belt, um gemeinsam auszustellen und zu arbeiten. Gezeigt werden Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei und Objekt-Kunst. Die Teilnahme kostet sieben Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

Neben dem Burgkloster liegt das Museum für Archäologie, in dem am Sonnabend, 14. April, um 11 Uhr eine Führung stattfindet. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Im sogenannten Beichthaus des ehemaligen Lübecker Dominikanerklosters sind auf drei Ebenen die Ergebnisse der Lübecker Archäologie zu sehen, durch die die Besucher einen guten Eindruck vom Alltag des mittelalterlichen Lübeckers bekommen. Neben dem Mittelalter, in dem Lübeck als Königin der Hanse auf dem Höhepunkt seiner Macht war, werden dem Besucher aber auch frühere Epochen wie die Stein- oder Bronzezeit präsentiert.

Auch das Museum Holstentor bietet am Sonnabend, 14. April, 15 Uhr, eine Führung mit Christa Hartmann an. Die Teilnahme kostet sieben, ermäßigt 4,50 Euro inklusive Eintritt. Das mächtige Holstentor ist das stolze Symbol der Geschichte Lübecks als reichsfreier Stadt und seiner Vormachtstellung im Ostseeraum. In den Geschützkammern befindet sich heute hinter bis zu 3,50 Meter dicken Mauern ein spannendes Museum, das nicht nur von der Geschichte des Tores als Wehrbau erzählt. Auch die umfangreiche Ausstellung „Die Macht des Handels“ wird hier gezeigt – denn auf dem Erfolg des Lübecker Kaufmanns gründete die Bedeutung der mittelalterlichen Stadt.

Interessierte haben die Möglichkeit, im Rahmen einer Führung durch das Grass-Haus im Erdgeschoss einen Einblick in „Atelier und Schreibwerkstatt von Günter Grass“ zu bekommen. Im Obergeschoss des Hauses wird die Ausstellung „’Der liebe Gott’ Otto Pankok. Ein ‚Lehrer’ von Günter Grass“ gezeigt. Die Führung (mindestens fünf Teilnehmer) findet am Sonnabend, 14. April, um 15.30 Uhr im Grass-Haus, Glockengießerstraße 21, statt und dauert etwa eine Stunde. Die Teilnahme kostet acht Euro. Die Ausstellung im Untergeschoss zeigt den Künstler als Romanautor und Lyriker, Grafiker, Maler und Bildhauer. Im Obergeschoss ist in der Pankok-Ausstellung ein Querschnitt durch das Werk des Malers, Grafikers und Plastikers Otto Pankok (1893 - 1966) zu sehen. Unter anderem das türgroße Selbstporträt von 1958 und „Christus zerbricht das Gewehr“ von 1950 - eine Ikone der späteren Friedensbewegung.

Zu einem literarischen Spaziergang lädt das Buddenbrookhaus am Sonntag, 15. April, ein. Auf den Spuren von Heinrich und Thomas Mann können Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Lübecks Altstadt wandeln. Treffpunkt ist um 11 Uhr das Buddenbrookhaus, Mengstraße 4. Die Teilnahme kostet acht Euro pro Person.

Das Buddenbrookhaus bietet am Sonntag, 15. April, einen literarischen Abendspaziergang zum Thema „Unterwegs in Sachen Nebendinge - Auf den Spuren von Heinrich Mann“ an. Die Teilnahme kostet sieben Euro. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Buddenbrookhaus, Mengstraße 4. „Nebendinge“ lenken Unrats Schüler ab und erregen den Zorn des Schultyrannen – bis er ihnen selbst verfällt: Die „Nebendinge“ werden im Roman zur Hauptsache. Teilnehmer der vom Buddenbrookhaus neu konzipierten literarischen Spaziergänge können sich auf den Spuren Unrats auf die Suche nach Rosa Fröhlich begeben, denn der Roman lässt seinen Schauplatz deutlich erkennen, es ist Lübeck – jenseits der gediegenen Bürgerlichkeit, die der Bruder von Thomas Mann beschreibt. Nicht Bürgerhäuser, sondern – historische – Halbwelt stehen auf dem Programm. Der Abendspaziergang führt zur Schule Unrats und von dort an Orte, deren Bedeutung für das Romangeschehen wie auch für den jungen Heinrich Mann bislang unbekannt waren oder unbeachtet geblieben sind.

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