Digitales Pressedienstarchiv
Eröffnung
Ausstellung im Rahmen des Ethnologischen Salons
070067LK 2007-01-23
Die Lübecker Völkerkundesammlung zeigt vom 4. Februar bis zum 18. März 2007 die Sonderausstellung „Adieu l’Excision! Auf Nimmerwiedersehen Beschneidung!“. Die Eröffnungsveranstaltung findet am Sonntag, 4. Februar, 18 bis 20 Uhr, im Rahmen des 5. Ethnologischen Salons der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde statt. Die Einführungsrede hält Barbara Schirpke, Gründerin der Städtegruppe (I)NTACT München. Sie berichtet von der Arbeit der Organisation, informiert mittels Bildern und Videoausschnitten über Zusammenhänge, diskutiert Positionen zum Thema und gibt Ausblicke auf kommende Vorhaben von (I)NTACT. Des Weiteren gibt es Tanz und Musik sowie einen kleinen afrikanischen Imbiss. Der Eintritt kostet fünf Euro.
Die Fotoausstellung des Vereins (I)NTACT (Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen) richtet sich gegen die Verstümmelung von Mädchen in Westafrika. Die Wanderausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.
130 Millionen Frauen sind nach Schätzungen der WHO von Beschneidungen betroffen. Jedes Jahr kommen etwa zwei Millionen dazu - nicht nur in Afrika, auch in Amerika, in Europa, auch in München, Berlin, Hamburg, ... Aber es gibt auch Positives zu berichten: Natitingou - größte Stadt im Nordwesten Benins - wurde im April 2005 Ort eines großen Volksfestes. Anlass war der Bruch mit dieser Tradition.
Seit 1996 unterstützte der Verein (I)NTACT systematisch Aufklärungskampagnen einheimischer Partnerorganisationen. In über 1.000 Dörfern wurde über die weibliche Beschneidung aufgeklärt. 216 Beschneiderinnen gaben ihre Werkzeuge in feierlichen Zeremonien ab. Die Vorstandsvorsitzende Christa Müller verspricht sich von diesem Erfolg „... eine starke Signalwirkung für die gesamte Region Westafrika“.
Barbara Schirpke, Produzentin des Internetportals AfroPort.de und Gründerin der Städtegruppe (I)NTACT München, begleitete Christa Müller auf ihrer Reise zum großen Fest in Natitingou, zur Wahl der Miss (I)NTACT sowie zu Gesprächen mit einem der mächtigsten Fetisch-Priester Benins, Yarikaté, in Tora und dem Beschneider, Natikou Bona, in Tampobré. Es entstand eine Reihe großformatiger Fotocollagen, die neben einigen Exponaten die Grundlage der Ausstellung darstellen. +++