Metanavigation / Stadtporträt deu
Mittwoch, 26.06.2019 19°C

Hauptnavigation

Schnellnavigation / Service

Schnellsuche

Anzeige

 

Service

Aktuelle Mitteilungen des Lübeck-Pressedienstes

Otto-Pankok-Preis 2019 für Menschenrechtlerin Petra Rosenberg
190565L 2019-06-04


Preisverleihung am 16. Juni 2019 im Rathaus – Vorherige Anmeldung notwendig

Zum sechsten Mal wird der „Otto-Pankok-Preis“ am Sonntag, 16. Juni 2019, der von Günter und Ute Grass gegründeten „Stiftung zugunsten des Romavolks“ im Bürgerschaftssaal des Lübecker Rathaus verliehen. Der Preis der 1997 von Günter und Ute Grass gegründeten „Stiftung zugunsten des Romavolks“, der mit 10.000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an Petra Rosenberg, die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Berlin-Brandenburg e.V. ist, den ihr Vater, Otto Rosenberg, mitgegründet hat und dessen langjähriger Vorsitzender er war. Petra Rosenberg unterstützte ihren Vater seit Mitte der 90er Jahre und führt seinen Kampf um gleichberechtigte Teilhabe der Sinti und Roma als Minderheit in der Mehrheitsgesellschaft nach seinem Vorbild und seinen Grundsätzen seit seinem Tod (2001) fort.

Otto Rosenberg war einer der maßgeblichen Begründer der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland. Einen Großteil seiner Kindheit und Jugend musste er in Konzentrationslagern verbringen. Er gehörte zu den wenigen Überlebenden seiner Familie. Seine Erinnerungen an die Verfolgung im Nationalsozialismus hielt er in seinem autobiografischen Buch „Das Brennglas“ fest.

Petra Rosenberg ist 1952 als erstes von sieben Kindern von Otto und Christel Rosenberg in Berlin geboren. Die Regelschule verließ sie auch aufgrund von Diskriminierung ohne Abschluss. Erst als Erwachsene holte Petra Rosenberg die Allgemeine Hochschulreife nach und studierte an der FU Berlin Pädagogik und Soziologie. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Bildungspolitische Ausgrenzung von deutschen Sinti und Roma in Vergangenheit und Gegenwart in der BRD. Nach umfangreicher Recherche setzte sie auf dem Gelände des ehemaligen NS-Zwangslagers für Sinti und Roma in Berlin-Marzahn die Errichtung eines Gedenkortes durch (2010) und richtete dort einen „Ort der Erinnerung und Information“ ein (2011), der heute die Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn ist. Für ihren Kampf gegen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurde Petra Rosenberg mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (2013).

Mit dem Otto-Pankok-Preis würdigt die Stiftung zugunsten des Romavolks das Lebenswerk von Petra Rosenberg, die im Sinne ihres Vaters auf vielfältige Weise für Sinti und Roma eintritt. Die Laudatio sprechen Anna und Matthäus Weiss, der Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Schleswig-Holstein e.V., der schon seit deren Gründung zum Vorstand der Stiftung zugunsten des Romavolks gehört.

Der Otto-Pankok-Preis erinnert an den Künstler Otto Pankok (1893-1966), bei dem Günter Grass von 1948 bis 1952 an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte.

Bisherige Preisträger sind die Publizistin und Filmemacherin Melanie Spitta (1999), der aus dem Kosovo stammende Arzt Ibrahim Hasani (2002), das Kieler Sinti-Mediatorinnen-Modell (2006), die niederländische Menschenrechtlerin Lalla Weiss (2009) und der ungarische Soziologe und Pädagoge Jenö Zsigó (2014).

Die Preiszeremonie im Bürgerschaftssaal des Lübecker Rathauses, Breite Straße 62, beginnt um 13 Uhr, Einlass ist ab 12.30 Uhr. Da das Platzangebot begrenzt ist, wird um vorherige Anmeldungen unter einladungen@luebeck.de gebeten. +++


Zurück zur Übersicht